Geschlossene Restaurants, abgesagte und verschobene Veranstaltungen, teilweise aufgeheizte Stimmung unter den Einwohnern. Die Corona-Pandemie sorgt im Dorf am Horn- und Kurzeneibach für verschiedene Schlagzeilen. Hier 4 Tage nach den ersten vom Bundesrat beschlossenen Lockerungen 2022 eine kurze aber nicht abschliessende Zusammenfassung.

Während die „Guschti“ von der Alp ihre Alpabfahrt während Corona mit biegen und brechen durchführen können und die Liebhaber der 4-Beiner Veranstaltung auf ihre Kosten kommen, sind andere Veranstalter nicht zu beneiden. Das beliebte Ice Rock muss gleich zweimal die Saiten ruhen lassen. Keine tiefe Bassklänge durchstreifen die Wälder am Hornbach. Und die Ansage vom OK ist bereits vor der zweiten Absage mehr als deutlich.

Es wird kein Icerock nur für Geimpfte oder Getestete geben. Es wird keine Maskenpflicht, Plexiglas-Scheiben oder Sektoren geben.Entweder, wir können alle zusammen uneingeschränkt feiern als gäbe es kein Morgen oder wir lassen es lieber ganz bleiben.

(Facebookseite Ice-Rock vom 02 Juli 2021)

Und daran hält sich Fridu Gerber und seine Crew auch. Sowohl im Jänner 2021 wie auch 2022 startet das Jahr jeweils gespenstisch ruhig. Das Ice Rock fällt wie viele andere Veranstaltungen aus.

Es bleibt im Jänner nicht nur musikalisch still. Auch das traditionelle Spaghettiessen des hiesigen Sportvereines fällt aus. 913 Teller des Teigwarengerichtes wurden noch in der 34. Ausgabe anfangs 2020 verkauft. Den Sportverein trifft es aber gleich doppelt. Auch die 75. Ausgabe der Herbstmehrkampfes fliegt gleich doppelt aus dem Kalender. Das Jubiläum muss zuerst auf 2021 und dann auf das Jahr 2022 verschoben werden. Die Vorgaben des Bundes sind jeweils bereits im Herbst für den Sportverein nicht tragbar.

Nebst den Veranstaltungen leidet auch das Gewerbe. Während dem Lockdown 2020 und den Schliessungen der Gastronomie im Winter 2020-21 und 2021-22 hinterlässt einen enormen Schaden bei den betroffenen Betrieben. Aufträge werden sistiert oder gleich komplett gestrichen. Vom Riedbad bis zum Rössli bleiben die Tische häufig leer. Dies auch in Zeiten der Zertifikatspflicht. Einige Gastronomiebetriebe trifft es besonders hart. So zum Beispiel das Riedbad, welches in der Vergangenheit oft auch auf Gruppenreisen setzte. Diese fallen seit Pandemiebegin komplett aus. Beim Gasthof Rössli ist Corona gleichbedeutend mit dem berühmten Todesstoss. Der Betrieb schliesst komplett und so endet die stolze Geschichte eines grossen Landgasthofbetriebes auf schmerzliche Art und Weise durch die Hintertüre.

Andere Betriebe sorgen mit kreativen Ideen für Lockerungen. So gibt es die beliebten Modeshows vom Lüthi-Look nun als Liveübertragung im Internet zu sehen. Wobei nicht nur die Models, sondern auch Brigit Lüthi aus der Situation heraus eine gute Figur machen. Das Hinterarni und auch das Grütli bieten ihren Stammgästen Take-Away Angebote an. Kreativität ist gefordert und viele Betriebe glänzen in dieser schwierigen Zeit damit.

Auch gesellschaftlich hinterlässt Covid-19 seine Spuren. Während zu Beginn der Pandemie die Leute einander durch Einkaufdienste aushelfen kippt die Stimmungslage bereits im Winter 2020/21. Corona fordert die Menschen in vielen Lebenslagen heraus und sorgt für geteilte Meinungen. Dies zeigt sich auch politisch an der Urne. Bei der zweiten Abstimmung zum Covid-Gesetz im November 2021 setzen sich die „Massnahmenkritiker“ in der Gemeinde Sumiswald knapp durch. Es kann dabei angenommen werden, dass das in der Tendenz eher konservativere Wasen die Vorlage deutlicher verworfen hat. Das Resultat ist schlussendlich so knapp, dass tatsächlich von einem Graben gesprochen werden kann. Dies fordert auch im öffentlichen Leben seinen Tribut. Freundschaften werden auf die Probe gestellt. Nicht alle können sich dabei behaupten. Alte Gräben werden wieder aufgerissen. Das Miteinander leidet am meisten an der Corona-Pandemie.

Den Chroniker der Zukunft wird eine Übersicht leichter fallen.