1957 im Dezember. Es ist bereits bitter kalt draussen und anfangs Monat wird die 55-jährige Rosa Oppliger, wohnhaft auf dem Oberwyden vermisst. Am 4. Dezember berichten die „Fribourger Nachrichten“ von einem Leichenfund.

„Es wurde sogar mit Spurenhunden gesucht . Ebenso wurde durch Radio und Polizeifunk in den nächsten Tagen eine Vermisstmeldung durchgegeben . Leider blieben aber alle diese Massnahmen erfolglos , bis zufällig Montag , 2 . Dezember , die Leiche in einem abseits gelegenen Heuschober in Kleinegg bei Wasen gefunden wurde . Ermittlungen ergaben , dass Rosa Oppliger dort erst in den letzten 8 Tagen gestorben sein kann . Diese Feststellung bestätigte sich bei der mittlerweilen vorgenommenen Leichenöffnung durch das gerichtlichmedizinische Institut der Universität Bern . Wo Fräulein Oppliger sich in der Zwischenzeit aufgehalten hatte , wird polizeilich noch abgeklärt.“

Die Frau wurde von der hiesigen Bauernfamilie über 8 Jahre gepflegt, nachdem Sie in Münsingen in der Pflegeanstalt gelebt hatte. Bereits vor ihrem Tod verweigerte Sie gemäss einem Bericht der Zeitung die Aufnahme von Nahrung. Für die Bauernfamilie ist der Tod ein Schock. Bereits in früheren Jahren pflegte die Familie andere Schutzbedürftige.

Der Tod der Frau wirft grosse Wellen. Landesweit wird von Rosa Oppliger berichtet.