Lange gab es im Dorf Wasen keine Kirche. Die Grundsteinlegung war am 15.März 1881. Dazu steht im Kirchenbuch: „Es war ein wunderschöner Märztag und herrlich lachte die Sonne über dem Bauplatz, als Nachmittags um 1 Uhr die Gemeinde, die Behörden (u.a. Kirchgemeindepräsident und Lehrer  Joh. Locher) und Freunde aus dem weiten Emmenthal beim Platz der neuen Kirche, wo der gewaltige Radzug aufgestellt war und bereits eine Anzahl Steine sich über die Fundamente erhob, zu der feierlichen Handlung sich versammelten.“ Die Sitte wollte es, dass in den Grundstein wichtige Dokumente eingebaut wurden. Dies war u.a. die Bibel, welche im alten Lokal seit dessen Bestand gebraucht wurde. Weiter wurde auch das Baureglement und eine Gedenschrift beigelegt.

In der Gedenkschrift wurde die Geschichte der vorgängigen Helferei und der Weg bis zur Grundsteinlegung erzählt: „Die Helferei Wasen wurde im Jahre 1826 gegründet, da bei der zunehmenden Bevölkerung das Kirchspiel Sumiswald für einen Pfarrer zu gross wurde. Am Anfang besass sie nicht einmal eine eigene Helferwohnung. Diese wurde erst in den 30er Jahren von der Regierung erbaut und als gottesdienstliches Lokal diente ein Saal im Schulhause, der an Festtagen mit einem Schulzimmer verbunden wurde. So blieb es, bis 1874 durch das neue Kirchengesetz der Wasen Pfarrei und 1878 auch eigene Kirchgemeinde wurde, zwar zuerst nur provisorisch, dann aber 1880 durch grossrätliches Dekret. Stärker und stärker machte sich nun auch das Bedürfniss nach einer eigenen Kirche geltend. … An der Kirchgemeindeversammlung vom 3. November 1878 ward der Bau einer Kirche dann auch erheblich erklärt und der Kirchgemeinderat mit dem einleitenden Schritten beauftragt. … Die Burgergemeinde Sumiswald folgte mit einem Beitrag von Fr. 10’000 nach und der Besammlung vom 28. September 1879 wurden die vom Architekten, Herrn Gottfried Gerber aus Bern, im Laufe des Sommers und nach gründlichen, vielseitigen Besprechungen vertertigten Pläne sammt Devis von der Kirchgemeine genehmigt. Dieser erste Devis belief sich auf Fr. 65’000. … Im Februar 1880 war nun auch die Einwohnergemeinde mit einem Beitrag von 14 à 15’000 Fr. – zahlbar in 4 Jahren ohne Steuererhöhung nachgefolgt, so dass der Kirchgemeinderath und die Baukommission es wagten, im April 1880 das für den Bau nöthige Terrain auf der vorzüglich gelegenen Lindenbachmatte von Joh. Meister zu Gmünden käuflich zu erwerben. … So wurden denn die Profile aufgestellt, der Bau in feinen einzelnen Arbeiten ausgeschrieben, das Material von Oberburg (Sandsteingrube Mühlethaler) hergeführt und endlich am 10. September 1880 der ganze Bau mit allen Einzelarbeiten an die H.H. Reber und Glur Bauunternehmer in Muri, in Folge der herrschenden Arbeitslosigkeit ausserordentlich billig zur Ausführung übergeben.“

Folgende Personen gehörten dem Kirchgemeinderat an: Joh. Locher (Lehrer & Kirchgemeindepräsident), Ulr. Schütz-Flückiger (Gmünden, Vizepräsident), Rud. Wyss (Pfarrer, Sekretär), Joh. Sommer (Landwirth auf der Fuhren), Jak. Schärer (Krämer, Stöckeren), Joh. Neuhaus (zu Eichlershaus) Christ. Christener (Lehrer, Fritzenhaus).

Folgende Personen gehörten der Baukommission an: Jsaak Schütz (Fabrikant, Präsident), Ulr. Schütz-Flückiger (Gmünden, Vizepräsdient), And. Schütz (Fabrikant, Kassier), Jos. Mühlemann (Lehrer, Sekretär), Rud, Wyss (Pfarrer), Joh. Sommer (Landwirth auf der Fuhren), Peter Grundbacher (Landwirth Hambühl), Friedr. Sommer (Landwirth Bösigershaus), Friedr. Sommer (Landwirth, Schwandbach), Joh. Ulr. Schütz (Landwirth, Pinte Hornbach)

Erwähnt wird auch ein Grossrat aus dem „Wasenbezirk“ (Jakob Sommer – Müller unter der Fuhren) und die Gemeinderäte Joh. Sommer (Landwirth auf der Fuhren) und Gottlieb Schütz (Landwirth, Pinte Hornbach).

Vor dem Kirchbau gab es die Helferei. Dies waren bis zu diesem Zeitpunkt die Helfer und Pfarrer. 1826-1828: Helfer Steck, 1828-1832 Shro, 1832-1834: Walthard, 1834-1843: Ringier, 1843-1850: Schorer, 1850-1860: Duby, 1860-1865: Burgdorfer, 1865-1873: Stettler, 1873-1878: Pfarrer Hoffmann, 1878-1881: Pfarrer Wyss.

„Das Jahr 1881 wird darum in der Geschichte der Gemeinde Wasen immer denkwürdig bleiben. Es ist ein Jahr, wie der Wasen kein zweites erlebt hat und keines mehr erleben wird. Am Anfang lagen noch die meist ungehauenen, rohen Steine zerstreut umher und am Ende, wie von Zauberhand erstellt, wie ein Traum, stund sie da die neue, schöne, fertige Kirche, die Häuser des Dorfes weit überragend und wie eine Henne ihre Kücklein sie unter ihre Fittige versammelnd. Ein Traum war es uns Allen, als am Ausgang dieses denkwürdigen Jahres ein schön harmonisches Geläute dem scheidenden Jahre den letzten Scheidegruss brachte und sein Abschiedslied sang.“

8 Tage nach der Einweihung, den 11. Dezember, fand nun auch noch eine separate Einweihung für die Jugend statt. Die Orgelweihe seinerseits fand am 23. April 1882 Nachmittags um halb 2 statt.