Die Bösen sind zu Gast im Wasen. Das Emmentalische Schwingfest findet zum zweiten Mal im Wasen statt. Der Sieger kommt dabei aus dem Berner Oberland. Von Weissenfluh Peter aus Goldern gewinnt das Fest vor Burgdorfer Ueli. Organisiert wird das Fest vom Jodlerklub Wasen, Hornusser-Gessellschaft Lugenbach-Hornbach und vom Schwingklub Sumiswald, welcher damals sein 50-jähriges bestehen feiert. Das Fest findet auf der Lugenbachmatte statt.

Das Thuner Tagblatt schreibt am 3. Mai 1978

Ein nicht zuletzt dank dem gnädigen Wettergott gelungenes Fest hat einen würdigen Sieger gefunden. Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich behaupte, dass wirklich der beste Mann auf dem Platz das «Emmentalische 1978» gewonnen hat. Peter v. Weissenfluh, Hasliberg, gelang es, nach einem «Oberländischen » und einem «Jurassischen» seinen dritten Siegeskranz an einem Verbandsfest zu erringen. Er begann mit einem etwas schmeichelhaften Sieg gegen den alten Fuchs Zingg Robert und legte den Innerschweizer Jost Gabriel, Ennetbürgen, platt auf den Rücken. Dass auch ein anderer Innerschweizer diesen Hosenlupf gerne gewonnen hätte, liess Josef Bissig von Anfang an erkennen, doch hatte er gegen den ungestüm angreifenden Hasliberger Glück, dass er ungeschoren über die Runden kam. Auch Siegenthaler Walter, Schangnau, musste ihm die vollen Punkte überlassen. Mit einer blanken Zehn gegen Peter Leuenberger, Rüegsau, holte er sich die Qualifikation für den Schlussgang gegen den Lokalmatadoren Paul Gerber, Grünenmatt.

Paul Gerber konnte sich mit einem Remis gegen Stebler Franz und Siegen gegen etwas weniger hoch kotierte Gegner wie Röösli Josef, Romoos, die jungen Gasser Niklaus, Bäriswil, Schmutz Fritz, Mittelhäusem und Zbinden Hans, Schönbühl, für die Endausmarchung qualifizieren. Der Schlussgang war für Peter v. Weissenfluh dank seiner sehr guten Tagesform eine so sichere Angelegenheit, dass sicher niemand daran zweifelte wie der Sieger heissen würde, und in der dritten Minute war dann die Entscheidung gefallen. Mit sauberem, zielstrebigem Schwingen schuf sich der Seeländer Ueli Burgdorfer, Vinelz, etwas unerwartet in den zweiten Rang vor. Auch der dritte Rang von Werner Aebischer, Guggisberg, darf als grosse Überraschung bezeichnet werden. Mit ihm vermochten zwei Kronfavoriten in den dritten Rang vorzustossen, nämlich der öfters genannte Innerschweizer Riese

Bissig Josef, Ennetbürgen, und der die Ehre der Emmentaler rettende Walter Blatter, Niederhünigen. Bissig Josef bezwang Fritz Kammer, Schönbühl, im ersten Zug mit Fussstich zum platten Resultat. Auch Lengacher Peter musste nach sehr guter Abwehr die Punkte dem Draufgänger überlassen. Nach dem «Gestellten» mit dem Tagessieger gelang es Bissig nicht, den 30 kg leichteren Hansueli Mühlethaler, Unterlangenegg, dingfest zu machen, womit eine Vorentscheidung um das prächtige Rind als Siegespreis gefallen war. Zum dritten Rang verhalfen ihm dann die etwas mühevollen Siege gegen einen in Bombenform kämpfenden Ruedi Wittwer, Reichenbach, und Steiner Hansr., Aeschlen. Walter Blatter schien am Morgen gar nicht «im Chutt» zu sein, denn nach einem Remis gegen Norbert Stebler, Wolfenschiessen, durfte er gegen Hansruedi Trachsel. Uetendorf, froh sein, mit dem gleichen Resultat über die Runden gekommen zu sein. Doch besann sich Walter Blatter dann gegen die jungen Draufgänger seines guten Namens und bezwang in gewohnt sicherer Manier Fritz Klossner, Diemtigen, Andre Röthlisberger, Saicourt. Alfred Hadorn, Forst und Heinz Stucki, Blumenstein.

Für die Oberländer waren weitere gesetzte Schwinger für den Kranzgewinn besorgt. Zu einem richtigen Favoritenschreck entpuppte sich ein weiterer Hasliberger in der Person von Hans Führer, denn nebst zwei Gestellten gegen Daniel Gerber, Bigenthal und Schnider Josef, Schüpfheim, bodigte er keine geringeren als den Trüber Hans Siegenthaler, Res Gerber, Schangnau, Gabriel Jost, Ennetbürgen sowie den nach vier Gängen in Führung liegenden Ueli Reber, Trub. Dass Hansueli Führer, Einigen, immer eine der sichersten Stützen der Oberländer ist, bewies er mit sicheren Siegen gegen Mathias Habegger, Fankhaus, Schenk Fritz, Bigenthal, Michel Hans und Burri Max, beide aus Biel. Einzig Walter Hegg und Hans Siegenthaler vermochten Hansueli paroli zu bieten.

Der Frutiger Fritz Humi, der Reichenbacher Wittwer Ruedi sowie der gewichtige Lengacher Peter taten ihr Bestes um die Kranzgewinne der Oberländer etwas aufzupolieren, wobei Peter mit Mocken wie Res Rüfenacht, Josef Bissig und den unfair schwingenden Könizer Lanz Rolf seine liebe Mühe bekundete. Hier wäre eine Punkteeinbusse für Lanz ohne weiteres zu verantworten gewesen. Dass das Sägemehl stiebt, wenn Hansueli Mühlethaler, Unterlangenegg, am Werk ist, ist nicht unbedingt neu, gelingt es ihm doch immer wieder Überraschungen zu schaffen. Musste er gegen Gasser Paul noch einen Gestellten in Kauf nehmen, holte er sich dann zwei blanke Zehner gegen Fritz Flühmann, Ersigen und Moser Walter, Landiswil, die er beide mit Kniestich fällte. Dann gelang ihm die erwähnte Überraschung gegen Bissig Josef. Reber Ueli, Trub, lieferte ihm eine weitere Zehn. Den wohl schönsten Gang des Tages lieferte Hansueli mit dem Schüpfheimer Schöpfer Franz, welcher mehr als die obligate Neun verdient hätte. Was die beiden Sennen an schwingerischem Können boten, liess jedes echte Schwingerherz höher schlagen.

Keller Beat, Ringoldswil, musste seine 20 Punkte im Anschwingen gegen Oppliger Ernst und Wüthrich Christian teuer bezahlen, wurde er doch danach mit lauter Eidgenossen «verwöhnt», was nicht unbedingt eine glückliche Hand des Einteilungskampfgerichts verriet. Gegner wie Hegg Walter, Stebler Norbert, Zingg Robert und Zürcher Kurt sind für den jungen Schwinger halt doch eine Nummer zu gross. Trotz teilweise gutem Schwingen der Sigriswiler Santschi Kurt, Santschi Alfred und Saurer Christian verpassten diese den Kranz für diesmal knapp, aber «nid nalah gwinnt!» Wenn man bedenkt, dass Eidgenossen wie Rüfenacht und Kammer den Ausstich nicht erreichten, dürfen sie mit ihren Resultaten zufrieden sein.